Gott ist informiert
Historisches zum Informationsbegriff 2
Das antike Latein hat die Konturen des griechischen Informationsbegriffs aufgenommen. Information bedeutet sowohl die Handlung des Formens wie auch den Zustand der Formung. Der Begriff erscheint im Zusammenhang mit Philosophie, aber auch Handwerk und Gartenbau. Capurro (1) bringt etwa das Beispiel einer Einteilung des Gartens in Beete bei Columella im 1. Jahrhundert. Der Informationsbegriff bleibt im pädagogischen Sinn weit verbreitet mit beiden Momenten - Wissensvermittlung und sittliche Bildung.
Massgeblich für das spätere Mittelalter wurde Thomas von Aquin, der aus Christentum und der Philosophie des Aristoteles eine Synthese zu bilden versuchte. Im Zusammenhang mit Erkenntnis lehnt Thomas eine dualistische Trennung von empirischer Erkenntnis und Ideen ab. Ebenso eine absolute Trennung von Erkennendem und seinem Gegenstand.
Im Rahmen einer organischen Sicht postuliert Thomas eine höhere Einheit von Erkenntnis und Erkenntnisgegenstand. Sie wird durch gegenseitige In-Formation hergestellt, durch kommunikativen Austausch. So betont er den Mitteilungscharakter und die sprachliche Dimension des Informationsbegriffs.
Dass überhaupt eine gewisse Trennung zwischen Erkenntnis und Erkanntem vorliegt, ist für Thomas von Aquin ein Zeichen weltlicher Erkenntnisprozesse. In Gott findet kein Informationsprozess statt: Er ist eins mit dem potentiell zu erkennenden.
Die paar Bemerkungen verweisen darauf, wie stark der Informationsbegriff mit den grossen erkenntnistheoretischen Diskussion der letzten zweieinhalb Tausend Jahre verknüpft ist. Neu seit der Spätantike und im Mittelalter ist, dass nun der liebe Gott als perfekt informierte und allwissende Instanz gedacht wird.
(1) Rafael Capurro: Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München, Saur 1978
Das antike Latein hat die Konturen des griechischen Informationsbegriffs aufgenommen. Information bedeutet sowohl die Handlung des Formens wie auch den Zustand der Formung. Der Begriff erscheint im Zusammenhang mit Philosophie, aber auch Handwerk und Gartenbau. Capurro (1) bringt etwa das Beispiel einer Einteilung des Gartens in Beete bei Columella im 1. Jahrhundert. Der Informationsbegriff bleibt im pädagogischen Sinn weit verbreitet mit beiden Momenten - Wissensvermittlung und sittliche Bildung.
Massgeblich für das spätere Mittelalter wurde Thomas von Aquin, der aus Christentum und der Philosophie des Aristoteles eine Synthese zu bilden versuchte. Im Zusammenhang mit Erkenntnis lehnt Thomas eine dualistische Trennung von empirischer Erkenntnis und Ideen ab. Ebenso eine absolute Trennung von Erkennendem und seinem Gegenstand.
Im Rahmen einer organischen Sicht postuliert Thomas eine höhere Einheit von Erkenntnis und Erkenntnisgegenstand. Sie wird durch gegenseitige In-Formation hergestellt, durch kommunikativen Austausch. So betont er den Mitteilungscharakter und die sprachliche Dimension des Informationsbegriffs.
Dass überhaupt eine gewisse Trennung zwischen Erkenntnis und Erkanntem vorliegt, ist für Thomas von Aquin ein Zeichen weltlicher Erkenntnisprozesse. In Gott findet kein Informationsprozess statt: Er ist eins mit dem potentiell zu erkennenden.
Die paar Bemerkungen verweisen darauf, wie stark der Informationsbegriff mit den grossen erkenntnistheoretischen Diskussion der letzten zweieinhalb Tausend Jahre verknüpft ist. Neu seit der Spätantike und im Mittelalter ist, dass nun der liebe Gott als perfekt informierte und allwissende Instanz gedacht wird.
(1) Rafael Capurro: Information. Ein Beitrag zur etymologischen und ideengeschichtlichen Begründung des Informationsbegriffs. München, Saur 1978
Labels: Aristoteles, Informationsbegriff, Informationsgesellschaft, Mittelalter, Philosophie

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
Links to this post:
Link erstellen
<< Home